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Kriegs- und Schicksalsschläge


Es gibt keinen Stadtgründungsakt und auch keine Gründungsurkunde.
Die Stadtentwicklung ist ein langer Prozess, der sich über Jahrhunderte hinzieht. Doch ist die Formung und Entstehung eines städtischen Gemeinwesens, wie sich aus den Güterbeschreibungen des Hochstifts Bamberg aus den Jahren 1323/28 und 1348 ergibt, in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem gewissen Abschluss gekommen.

Aus einigen Dokumenten lässt sich schließen, dass Burgkunstadt schon um 1250 mit den Markt- und Stadtrechten ausgestattet gewesen sein dürfte, wie denn auch in der Folge eigenes Siegel und Getreidemaß, Malz- und Brauprivilegien sowie urkundlich überlieferte Bürgerrechte und -pflichten eindrucksvoll Zeugnis geben, dass ein lebendiges Gemeinwesen sich zu formen, zu verwalten und erfolgreich zu behaupten wusste.

Doch auch von Not, Elend und Leid blieb die Stadt während der Zeitläufe des Mittelalters nicht verschont. 1460 "zugrunde verbrannt", 1553 "abermals ausgeplündert und abgebrannt" - davon weiß die Chronik in dürren Worten zu berichten. Zusammen mit den vielfältigen Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges kam dann der schreckliche Höhepunkt, als 1626 und 1634 die Pest ausbrach. Von den damals etwa 550 Einwohnern sind binnen eines halben Jahres 195 bzw.143 Pesttote "zur Erde bestattet worden".

Zeiten der Heimsuchung, die nicht nur Wohlstand und Leben ganzer Familien vernichteten, sondern auch den Fortbestand eines Gemeinwesens in Frage stellten. Der Zähigkeit und dem unbeugsamen Lebenswillen seiner Bewohner war es in den ruhigeren Jahrzehnten nach diesen Schicksalsschlägen zu verdanken, wenn es schließlich mit Burgkunstadt - das wohl noch einmal im Siebenjährigen Krieg von den Auseinandersetzungen berührt wurde, aber durch kluges Taktieren seiner Bewohner mit relativ geringen Schäden (2350 fl.) an Gut und Geld glimpflich davonkam - langsam aber stetig aufwärts ging.

Obschon regsam in Handel, Handwerk und Gewerbe, und günstig an den damaligen Verkehrsadern gelegen, setzte die eigentliche Wandlung des mehr bäuerlichen Burg- und Landstädtchens zur kleinen Industriestadt dennoch verhältnismäßig spät ein.
Der Marktplatz

Eine neue Phase der Entwicklung wird 1888 mit der Gründung der 1. Schuhfabrik durch den 21-jährigen Joseph Weiermann eingeleitet. Burgkunstadt wird Zentrum der bayerischen Schuhindustrie.
Die Gründung und der Aufbau des Versandhauses Friedrich Baur legten den Grundstein zur Entwicklung einer wohlhabenden und modernen Stadt, die zum Glück nur im bescheidenen Maße ihren alten vertraulichen Rahmen gesprengt hat.

Eine städtebauliche Kostbarkeit ist der Burgkunstadter Marktplatz. Diesen erfüllt die Pfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde mit dem spätbarocken Turm, auf der anderen Seite, als Kontrapunkt sozusagen, das großartige Rathaus des Zeiler Zimmermanns Jörg Hoffmann von 1689/90 im Fachwerk-Prachtstil. Beide Gegenpole verbindet der Reigen breitbrüstiger Bürgerhäuser mit Walmdächern zu einer beglückenden Einheit.

Weitere Literatur: Spaziergang durch Burgkunstadt; Stadtführer; Burgkunstadt - eine Karolingische Burganlage (Ausgaben erhältlich bei der Stadtverwaltung bzw. im Buchhandel).


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Stadt Burgkunstadt
Vogtei 5 | 96224 Burgkunstadt | Tel.: 09572 388-0 | rathaus@burgkunstadt.de
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