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Die Sage von der goldenen Wiege


Ritter Kuno in siedendem Öl geschmort / Goldene Wiege unauffindbar

Die Burgkunstadter Stadtsage von der "Goldenen Wiege" liegt in mehreren Erzählfassungen, sowie in einer Bühnenbearbeitung als "Heimatspiel" vor. Sie geht im Wesentlichen zurück auf eine Sagenerzählung, die Isak Thurnauer im Jahr 1888 in Druck gegeben hatte. Viele Generationen haben sich heimlich schon auf Schatzsuche begeben, gefunden hat man freilich nichts. Auch der sagenhafte "Ritter Kuno", der sich angeblich darauf spezialisiert hatte, durchziehende Kaufleute zu berauben, ist keine historisch nachweisbare Person.

Allerdings haben sich die Burgkunstadter Bürger sehr aktiv am Bauernkrieg von 1525 beteiligt. Sie galten sogar als "Rädelsführer", worüber sich der damalige Bamberger Fürstbischof Weigand von Redwitz bitter beklagte.
Einer der radikalsten Aufständischen war der Burgkunstadter Hermann Knoch. Hans Steudlein, Vogt in Burgkunstadt, sowie der hiesige Bader Hans Kelblein dominierten als Hauptleute das berühmte Hochstadter Bauernlager.

In der Sage von der goldenen Wiege wird der Bader Kelblein zum Anführer der aufrührerischen Bauern. Im Ebnether Wald sammelt er bewaffnete Bauern aus den umliegenden Dörfern, um die Burgkunstadter Burg des Ritters Kuno zu stürmen.

Dem war vorher ein Knäblein geboren worden. Das freudige Ereignis hatten Ritter und Knappen gebührend gefeiert. Im Kerker saß ein Nürnberger "Pfeffersack", der als Lösegeld eine goldene Wiege beschaffen musste. Alles hatte geklappt, und um Mitternacht herrschte im Burgsaal eitel Freude, als Ritter Kuno stolz sein Knäblein samt goldener Wiege zeigte. Doch das Unheil hatte bereits seinen Lauf genommen: Die bewaffneten Bauern nutzten die Gunst der Stunde und stürmten die Burg.

Allen voran Bader Kelblein, der die Bauern kräftig anfeuerte. Bald lagen die Leitern an den Burgmauern. Auf den obersten Sprossen standen schon die Schneidigsten, und schwere Beile sausten mit Wucht auf die Steinmauern. Es knatterten die Feuerrohre, es prasselten die Kugeln an die Wälle, und Ritter wie Knappen zogen die Köpfe ein. Sie waren keineswegs auf Kampf eingestellt. Da und dort stürzte bereits ein Stück Mauer mit Krachen ein. Sank einer der angreifenden Bauern, von siedendem Öl getroffen, schwangen sich andere auf die Sturmleitern. Am nächsten Tag war die Burg in den Händen der Bauern.
Unter den vielen Toten jedoch befand sich der Ritter Kuno nicht. Bader Kelblein suchte emsig nach ihm und fand ihn endlich in einem der Wachtürme.

"Wo ist die goldene Wiege?" fragte der Bader.
Da richtete sich der verwundete Kuno stolz auf und sprach: "Und wenn ihr versprächet, mir das Leben zu schenken, ich sage es nicht. Also macht es kurz!"

Kuno verzog keine Miene und bat nicht um sein Leben. Eine Stunde später lag er tot neben dem Kessel. Im Burghof irrten, vor Schmerzen stöhnend, die übrigen Ritter umher. Der Bauernhaufen aber zog weiter, um andere Burgen in der näheren Umgebung zu stürmen.

Bader Kelblein blieb in der Burg und suchte nach der goldenen Wiege. Sie ließ sich nicht auffinden, die Wiege nicht und die Rittersgattin mit dem Knäblein auch nicht. Mutter und Kind lagen in einem unterirdischen Gang, der bei den harten Kämpfen eingestürzt und Menschen und Wiege begraben hatte.

Seitdem suchen die Burgkunstadter Bürger bei Bauarbeiten im Altstadtbereich fleißig nach dem verschütteten Geheimgang und der darin verborgenen goldenen Wiege. Immer wieder tauchen unbekannte Keller und Gänge auf, von Sohn und Ehefrau des Ritter Kuno und der goldenen Wiege war bislang aber keine Spur zu entdecken.


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