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Kulturdenkmal


Eine bewegte Geschichte

Seitdem der Zimmermann Jörg Hoffmann aus Zeil am Main als bedeutendster Meister des barocken Fachwerkbaues in Franken mit Baumeister Hans Gebelein 1689/90 das mit reicher Holzschnitzkunst verzierte Fachwerkgeschoss auf den 2-geschossigen Mauersockel setzte, blieb das Äußere unverändert. Zuvor jedoch hatte der Bau - mehr noch der Baugrund - eine bewegte Geschichte:

1059 erstmals erwähnt wurde die Burg Kunstadt Sitz des Grafenamts, dem Vorläufer des späteren bischöflich bambergischen Ministerialen. In Kriegen mehrmals zerstört, erfahren im Zuge der letzten frühmittelalterlichen Umwehrung die beiden jetzigen Sockelgeschosse die Umgestaltung zu einem quadratischen "Burghaus", späterer Sitz des Kastellans.

Ende des 15. Jahrhunderts wird unter Verwendung alten Steinmaterials nach Westen erweitert. In den bischöflichen Lehenbüchern von 1447 erwähnt als "Hofraithe zu Burgkunstadt uff der Burge, die Alte Burg genannt, mit samt dem Gemäuer, Türmen und Kellern", erscheint 1462 "der Alte Hof mit samt Turm und Brauhaus".

Tatsächlich erfolgte die Nutzungsänderung des Baukörpers in ein Brauhaus und zweier Darren, die 1689/90 ausgeräumt wurden, wie die Baurechnung zeigt.

Die Rechnung

Alleß Ausgebens über den allhießigen großen Rathhausbau, was darbey uffgangen, specificirt, und von mir, Moritzen Stahl, Bürgermeistern ordentlich verführet. Burchkunstatt, den 25. Juny

Die 1975 auf der Südseite freigelegten Fundament- und Mauerreste eines quadratischen Raumes sind möglicherweise mit der seit 1447 oftmals urkundlich erwähnten St. Margarethen-Kapelle identisch.

Richtung Osten, zur heutigen Burgmauer hin, die als Umwehrung für den neu geschaffenen Mauerweg renoviert wurde, stieß das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, Abteilung Vor- und Frühgeschichte, bei den Grabungsarbeiten überraschend auf die ältesten Reste einer Umwallung um 830 n. Chr.

Vor diesem stadtgeschichtlich bedeutsamen Hintergrund beschloss der Stadtrat 1976, die alten Mauerreste nicht wieder zuzuschütten. Die Architekten erarbeiteten mehrere Vorschläge die Mauerreste zugänglich zu machen.

Der Stadtrat entschied sich für ein gläsernes Bindeglied zwischen Alt- und Neubau. Dadurch wurde neuer Raum geschaffen, in dem Grabungsergebnisse und -funde den Bürgern und Besuchern veranschaulicht werden.

Dehio schreibt in Geschichte der Deutschen Kunst, "Die Anlage der ältesten Rathäuser ist überall gleichartig: ein frei am Markte stehender, zweistöckiger, stark gestreckter Rechteckbau, der nichts enthält als 2 Säle, ein jeder ein ganzes Stockwerk für sich in Anspruch nehmend. Der untere ist Kaufhaus für die feineren, schutzbedürftigeren Waren... der obere in wechselnder Verwendung Bürgersaal, Gerichtssaal, Festsaal für Tanz und Gelage... Während dieser einfachste Typus für kleinere Städte noch längere Zeit genügte, traten mit dem wachsenden Umkreis der städtischen Verwaltungstätigkeit neue Bedürfnisse ein... ," für Burgkunstadt jedoch erst am 1. 1. 1977, also 300 Jahre später, bedingt durch die Bayerische Gemeinde-Gebietsreform.

Nach langen Diskussionen beschloss der Stadtrat zu Burgkunstadt in der historischen Entscheidung am 23. 7. 1974 dieses Kulturdenkmal zu erhalten und zu erweitern, um es mit zeitgemäßem Leben zu erfüllen und nicht einem reinen Zweckbau im Talgrund zu opfern.


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