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Generalsanierung 2007-2009


Bestandsuntersuchung und Instandsetzung

Veranlassung:
Ende 2000 wurde an der Westfassade im 2. OG festgestellt, dass einzelne Gefache gelockert sind und sich aus der Fachwerkwand lösen. Erste Begutachtungen haben ergeben, dass vorrangig die Schwellen, die Ständer und Riegel im Bereich der Zapfenanschlüsse durch Einwirkung von Nässe z. T. erheblich zerstört sind. Ähnliche Schäden wurden ebenfalls an der Südfassade festgestellt.

In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege erfolgte die notwendige Voruntersuchung für die Bausubstanz des historischen Rathauses, um das weitere Vorgehen sinnvoll und maßnahmebezogen abstimmen zu können. Für die detaillierten Schadensfeststellungen wurden entsprechende Fachleute eingeschalten, u. a. Statiker, Holzrestaurator, Bauphysiker etc. Am gesamten Gebäude wurden, vorrangig jedoch an den Bauteilen des Fachwerks im 2. OG und den Dachbauteilen, erhebliche konstruktive und substanzielle Schäden festgestellt. Eine dauerhafte Behebung der Schäden konnte nur durch eine detailgenaue Abstimmung der Einzelmaßnahmen ermöglicht werden. Das festgestellte differenzierte Schadensbild erforderte umfangreiche Maßnahmen, die nachfolgend detailliert beschrieben werden.

Auf Grundlage der einzelnen Untersuchungsergebnisse wurden die geplanten Instandsetzungsmaßnahmen am Fachwerk und an der Bauwerkssubstanz des Einzeldenkmals in enger Abstimmung mit dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Schloss Seehof, und dem Bauarchiv Thierhaupten vom Bayer. Landesamt für Denkmalpflege erarbeitet.

Schadensbild:
Dachtragwerk - Substanz- und Systemschäden:
> im Bereich der Traufen waren durch Feuchtigkeit Fäulnisschäden an Schwellen, Balkenköpfen und Sparrenfüßen entstanden. Die stärksten Schäden waren auf der Nordseite zu verzeichnen. Zahlreiche Balkenköpfe und Auflagerschwellen waren hier geschädigt.
> Anschlusspunkte des Windverbandes klafften, die Längsaussteifung des Dachwerks war nicht mehr ausreichend wirksam.
> Der Westgiebel war im Spitzboden nur über die Dachlattung an die Dachkonstruktion angeschlossen und dreht nach außen. In Höhe der Kehlbalken sowie der Dachbalkenlage waren zahlreiche Fäulnisschäden bzw. Schädigungen durch tierischen Befall an Schwellen und Säulenfüßen der FW-Konstruktion festzustellen.
> Die Dielung wurde 1978 nicht direkt auf der Dachbalkenlage angeordnet, sondern auf einer quer verlaufenden Konterlattung. Der Anschluss der Dielung an die Balkenlage war nicht ausreichend schubfest, die Scheibenwirkung der Decke wurde somit deutlich vermindert.

Fachwerk 2. Obergeschoss - Allgemeine Beurteilung:
> Das Fachwerk zeigte zunächst von unten betrachtet einen geschlossenen intakten Gesamteindruck. Bei näherer Betrachtung und eingehender Untersuchung mussten jedoch starke Schäden festgestellt werden.
> Die Untersuchungen des Wandaufbaus hatten ergeben, dass keine ausreichende Luftdichtigkeit und Diffusionsfähigkeit gegeben war. An der Süd- und Westfassade drang bei stürmischer Witterung Regenwasser bis zur Wandinnenseite ein.
> Die Gefache waren nicht ausreichend verankert und hatten sich stellenweise aus dem Verbund gelöst. Sie bewegten sich vor allem auf der Süd- und Westseite nach außen. Die Gefache waren mit einem Zementputz versehen und hydrophobiert, eindringendes Regenwasser konnte somit nur schwer verdunsten. Die lange andauernde Durchfeuchtung der Hölzer führte zu Fäulnisschäden. Diese konzentrierten sich an den Zapfenlöchern der Fachwerkschwellen.


Konstruktive Schäden:

> Südfassade:
> Starke Schäden an der Fachwerkschwelle der Südfassade, komplette Zerstörung der Schwellhölzer zwischen Achse S 6 und S 15.
> Aufgrund des Schadensausmaßes bestand dringen der Handlungsbedarf, an der Innenseite wurden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Bei früheren Sanierungen wurden die unter der Schwelle liegenden Balkenköpfe zurückgeschnitten, die äußere Mauerlatte entfernt und durch Mauerwerk ersetzt. Die notwendige Anbindung an die Decke war nicht gegeben.

> Westgiebel:
> Starke Schädigung der Fachwerkschwelle am Westgiebel (bis zur kompletten Zerstörung).
> Nahezu alle Säulenfüße waren geschädigt. In Teilbereichen waren die Brustriegel zerstört. Aufgrund des Schadensausmaßes erfolgte eine Stabilisierung als Notsicherungsmaßnahme.

> Nordfassade:
> In der Nordfassade im Bereich Bürgermeisterzimmer wurden bereits 1979 Hölzer komplett ausgetauscht. Zierelemente des Fachwerks waren z. T. ersetzt bzw. im Original als Vierungsstücke auf darunterliegende neue Hölzer aufgeschraubt. Das Rähm zeigte in Teilbereichen Schädigungen auf, einzelne Brustriegel waren zerstört.

> Ostgiebel:
> Starke Substanzschäden am Ostgiebel an der Fachwerkschwelle des Giebeldreiecks, sonst zumeist nur geringe Schäden an Säulen, Riegeln oder Schwellen.


Schäden am Schmuckfachwerk:
> Die gesamten Holzoberflächen hatten deckend ausgeführten Lasuranstrich. Der Anstrich war kraqueliert, aufgeschüsselt und abgelöst bzw. abgewittert. Durch die Schichtdicke waren die aufgetragenen Lasuren nicht mehr dampfdiffusionsoffen. Holzfeuchtemessungen ergaben unter dem Anstrich doppelt so hohe Feuchtewerte wie an farbfreien Stellen. Die Holzteile waren ausgewittert, rissig und pilzbefallen. Fehlstellen und Risse waren mit Kitt verschlossen, der Kitt einschl. neuerer Kittungen hatte sich vom Untergrund gelöst und war spröde geworden oder bereits herausgefallen.
> Am stärksten ausgewittert waren die waagrechten Ausformungen der Halbsäulen des Schmuckfachwerkes sowie erhabene Teile der Holztafeln und Masken. Die großflächigen Kittungen auf den verwitterten und zerklüfteten Holzpartien hatten durch die Holzbewegungen und Bindemittelabwanderung Risse und lösten sich ab. Dies führte zum Eindringen von Regenwasser und somit zum vorgefundenen Schadensbild.
Historische Wiederherstellung:
Ziel der Gesamtrenovierung des Altbaus war, die historische Wertigkeit des bedeutenden Denkmals zu erhalten und zu betonen und dabei alle baulichen Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Bauherrn und dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege umzusetzen. Neben den umfangreichen Maßnahmen an den Holzbauteilen des Fachwerks, der Dachkonstruktion und den Decken wurden die Außenwände im EG und 1. OG durch Mauerwerksverpressungen und Verankerungen stabilisiert. Die Fachwerkausfachungen wurden mit Lehmsteinen und Kalkputz sowie innenseitiger Leichtlehmschale mit Wandtemperierung ausgeführt. Die Fassadenanstriche erfolgten auf Grundlage vorliegender Befunde entsprechend der historischen Farbgebung. Für die Innengestaltung wurde das ursprüngliche Erscheinungsbild zugrunde gelegt.
Die Durchführung erforderte vom Stadtrat, von der Verwaltung und den am Bau Beteiligten sehr viel Geduld, Sachverstand und Liebe zum Detail. Nach Abschluss der Arbeiten prägt der historische Altbau - für die Anforderungen unserer Zeit gerüstet - die Silhouette der Altstadt.


Bilder


der Generalsanierung
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